schottland – nichts ist so, wie es scheint – isle of skye

dauerregen und kräftiger wind liessen unsere kleine vierrädrige behausung ganz schön wanken und weckte uns frühmorgens bevor die nasszellen vom rest des campings besucht wurden.

wir entschlossen früh richtung westen auf die allzu bekannte halbinsel skye aufzubrechen. ganz gegen unseren wunsch nach menschenleere und einsamkeit hörten und lasen wir mehrfach von dieser grandiosen landschaft auf skye – die wir uns nicht entgehen lassen wollten.

auf skye durften wir das schottische wetter kennenlernen. wenn auch eben noch blauer himmel mit ein paar schäfchenwolken sichtbar waren, heisst das noch lange nicht, dass es nicht innerhalb der nächsten halben stunde wie aus eimern regnen kann….

isle of skye

die grandiose landschaft der isle of skye hat sich uns leider grösstenteils hinter dicken regentropfen und teils zähem nebel versteckt. aber an einem tag schenkte uns der wettergott durchgehend sonne. leider fühlen sich mücken in solcher umgebung ebenfalls sehr wohl… trotz heissen 28°C machten wir uns gewappnet gegen die stechattacken mit langgeärmeltem t-shirt auf unsere erste wanderung.

old man of storr – eine bizarre und gleichzeitig anmutende felsformation. von touristenschwärmen begleitet starteten wir mit jeweils 12 kg fotogepäck am fusse des gebierges. der weg war einladend es den anderen vielen nachzutun und mit flip-flops den berg zu erklimmen. aber die meisten der vielen touristen, die so gar nicht in dieses bild passten und sich teils sehr respektlos gegenüber der natur verhielten, blieben auf dem ersten plateau und kehrten um. was sicher auch an dem unwegsameren von losem geröll überhäufte pfad lag. zu unserem glück…

old man of storr

„nicht die momente in denen du atmest sind die schönsten, sondern die, die dir den atem rauben.“

verfasser unbekannt

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schottland – nichts ist so, wie es scheint – isle of skye

zurück zu den wurzeln – teil 4

wer sich mit der geschichte der fotografie näher befasst, und verstehen möchte wie fotografie entstanden ist, der kommt zwangsläufig mit dem thema lochkamera in kontakt.

zur erläuterung: eine lochkamera (engl. pinhole) ist ganz einfach ein kasten mit einem kleinen loch durch das licht eindringen kann. ein lichtempfindlicher träger – in dem fall film bzw. papier – empfängt das licht und lässt ein seitenverkehrtes, auf dem kopf stehendes foto entstehen.

da mich das thema fasziniert und vor allem die fotos eine nochmals eigene sprache haben, habe ich mir eine lochkamera selbst gebaut. lochkameras kann man mittlerweile in vielen onlineshops problemlos kaufen. angefangen von bausätzen aus karton bishin zu hochwertigen und edel wirkenden holzkästen.

aber ich wollte es selbst in die hand nehmen und vor allem verstehen auf was es ankommt.

entstanden ist eine kleine und vor allem leichte kamera aus pappelsperrholz für planfilm im format 4×5 inch…

wer sich ebenfalls so ein schickes teil bauen möchte der kann sich hier die anleitung im pdf runterladen…

zurück zu den wurzeln – teil 4

sonntagsausflug ins moor

Ende Februar an einem Sonntag Morgen – eigentlich erwartet man um diese Jahreszeit nicht zwingend strahlend blauen Himmel und gute 15°C – also beinahe T-Shirt-Wetter. Auch mich zieht es raus in die Natur und ich entschliesse mich der Völkerwanderung beizuwohnen und stürze mich unweit von meinem zu Hause an den Pfäffikeersee im Kanton Zürich. Völkerwanderung ist noch untertrieben – Menschenmassen trampeln über den teilweise schlammigen, von Regenwasser überspülten Pfad. Unmengen von Familien mit Kleinkindern, die sich an den zahlreichen Pfützen durch übermütiges Hineinspringen erfreuen und ihre Eltern damit zur nervenaufreibenden Geduldsprobe zwingen. Daran zu denken, das Stativ aufzustellen, den Rucksack abzulegen und in Ruhe und Eintracht die Natur zu fotografieren, ist hier nicht zu denken. Und so entschliesse ich mich abzubiegen – weg vom See mit seinen lauten und teilweise in Scharen auftretenden Besuchern. Das Moor und Ried rum um den See liegt still und einsam da – kaum einer verirrt sich in diese wunderschöne, in der Sonne gelbbraun getönte Landschaft. Es ist laut Kalender Winter und doch erkennt man dort bereits das Erwachen – der Frühling macht sich bemerkbar. Das sumpfige, von Birken gesäumte Grasland lässt sich wunderschön in Szene setzen und ich geniesse den Moment, den schweren, mit zwei Kameras und diversen Objektiven bepackten Rucksack abstellen zu können. Einen Ausflug ins Ried empfielt sich und läd ein, ohne grossen Menschenauflauf doch die Natur bewundern zu können…

sonntagsausflug ins moor

eine insel aus lava und sand

herbstferien – und nach einem überwiegend kühlen und nassen sommer zog es uns nochmal in die wärme. wir entschieden uns – unserer vorliebe für karkheit folgend – für lanzarote.

endlos scheinende braun-schwarze erde unterbrochen von schwarzen schroffen steinen. trocken, staubig wirkt diese insel. meterhohe wellen brechen an einer urbanen, von gezeiten gezeichnete steilküste. tosend und seine macht demonstrierend formt das meer die küste. gebrochen kriechen die wellen über schwarzen sand und lassen bei ihrer rückkehr kiesel rollen. kaum vegetation, die unter der gnadenlosen sonne zum leben erweckt wird – so scheint es zumindest. sieht man genauer hin findet man immer wieder kleine triebspitzen an den dürren ästen, die aus dem morgendlichen nebel den letzten tropfen wasser für sich nutzen. immer wieder erstaunlich und bewundernswert wie die natur mit ihren bedingugen umgeht. die menschen scheinen zufrieden – ausgelassen und lachend erzählen sie durch ihre gestik geschichten die so stereotyp wirken und doch jedes mal etwas neues hinterlassen. zigarrerauchende, bierbäuchige – oder doch eher weinbäuchige – männer, in der mittagssonne auf einer rostigen bank, im schatten weiss getünchter architektur sitzend, trifft man überall auf der insel an. und am abend, wenn die gleisende sonne sich hinter den einst speienden vulkanbergen verliert, trifft man jene die am tag touristen die zeit versüssen, im abendrot am schwarzen strand ausgelassen tobend und handstand-laufend wieder.

eine insel aus lava und sand

heringsfabrik

auf dem weg gen norden an der westküste islands entlang, kommt man zwangsläufig an einer alten fabrik vorbei… auf den ersten blick wirkt sie eher wie eine festung – hohe mauern mit kleinen luken durch die man rostige rohre entdecken kann… direkt im fjord reykjarfjörður liegt eingerahmt von einem gestrandeten vor sich hin rostenden schiffes der kleine ort und die gleichnamige bucht djupavik… im hintergrund kleine bunte islandtypische häuschen die verlassen wirken, jedoch weisse gardinen an den fenstern verraten, dass hier noch menschen wohnen…

am ende der schmalen strasse entdeckt man ein eher unscheinbares grösseres gebäude auf dem in kleinen lettern das wort “hotel” angeschrieben steht. und tatsächlich spielt sich dort drin das ortsleben ab – denn ein gemütlich etwas düster mit schweren teppichen ausgelegter, holzgetäfelter raum bietet neben einheimischer kultur auch kaffee und kuchen, eine warme suppe und vor allem wärme –  denn draussen tobt ein kalter nord-ost-wind und lässt den regen waagerecht ins gesicht peitschen.

es ist eigentlich hochsommer in island – mitte juli – aber der regen und der kalte wind scheinen sich verschworen zu haben und lassen die sonne nur für augenblicke durch die dicke wolkendecke erscheinen. wir beschliessen im schutze der alten fabrikmauern unser lager aufzuschlagen und lassen uns von dem musikalischen rhythmus des regens in den schlaf begleiten.

am nächsten morgen wärmen wir uns mit einer heissen tasse kaffee und stiefeln durch schlammpfützen richtung eingang zum fabrikgelände. dort nehmen wir an einer führung teil – wir sind gerade mal vier besucher begleitet von einem jungen isländer der uns durch düstere, geschichtsträchtige hallen führt. er erklärt uns, dass hier einst eine riessige industrie beheimatet war, unzählige menschen hierher kamen um geld zu verdienen – die meisten als einsalzer. sie schliefen in zelten draussen auf dem gelände – frauen gebaren hier ihre kinder, familien entstanden. es war eine der grössten fabriken auf ganz island entstanden mit insgesamter länge von 90 metern bis zu 3 etagen hoch. das alte gebäude wird heute noch in stand gehalten und so hat man als besucher die möglichkeit das damalige leben zu nachzuempfinden.

unzählige alte maschinen, deren damalige nutzung nicht immer ersichtlich ist, riessige trichterförmige lüftungsrohre, unendlich verzweigte schmale und niedrige gänge die über die jahre nach feuchtem keller riechen. so erreicht man am ende eine kleine fotoausstellung mit noch mehr dokumentationen über den bau und das leben an diesem unwidrigem ort.

nachdem der hering aufgrund überfischung nahezu verschwand, musste letztendlich auch die fabrik schliessen. seither liegt sich still und wird heute dank einer noch heute dort lebenden familie in stand gehalten.

die fabrik und ihren flair zu erleben kann ich nur empfehlen. für mehr informationen kannst du dir hier eine ausführliche dokumentation als pdf herunterladen: die geschichte djupaviks

heringsfabrik