pfannestiel im eis

wir hatten auf über 800 meter höhe ein paar lichtstrahlen der sonne erhofft – aber diese hatte heute definitiv andere pläne. dichter nebel der sichtweiten von weniger als 50 meter zulässt umhüllt mich und meinen foto- und seelenfreund auf dem pfannenstiel im kanton zürich.

nebeltropfen verwandeln sich in filigrane eiskristalle und hüllen die landschaft bis ins kleinste detail in bitterkaltes weiss ein. der monströse stahlbau dient als aussichtsplattform – doch aussicht sucht man vergeblich und eine halsbrecherische kletterpartie über spiegelglatte stahlstufen lassen uns davon abhalten höher als bis auf das erste plateau zu steigen.

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pfannestiel im eis

sonntagsausflug ins moor

Ende Februar an einem Sonntag Morgen – eigentlich erwartet man um diese Jahreszeit nicht zwingend strahlend blauen Himmel und gute 15°C – also beinahe T-Shirt-Wetter. Auch mich zieht es raus in die Natur und ich entschliesse mich der Völkerwanderung beizuwohnen und stürze mich unweit von meinem zu Hause an den Pfäffikeersee im Kanton Zürich. Völkerwanderung ist noch untertrieben – Menschenmassen trampeln über den teilweise schlammigen, von Regenwasser überspülten Pfad. Unmengen von Familien mit Kleinkindern, die sich an den zahlreichen Pfützen durch übermütiges Hineinspringen erfreuen und ihre Eltern damit zur nervenaufreibenden Geduldsprobe zwingen. Daran zu denken, das Stativ aufzustellen, den Rucksack abzulegen und in Ruhe und Eintracht die Natur zu fotografieren, ist hier nicht zu denken. Und so entschliesse ich mich abzubiegen – weg vom See mit seinen lauten und teilweise in Scharen auftretenden Besuchern. Das Moor und Ried rum um den See liegt still und einsam da – kaum einer verirrt sich in diese wunderschöne, in der Sonne gelbbraun getönte Landschaft. Es ist laut Kalender Winter und doch erkennt man dort bereits das Erwachen – der Frühling macht sich bemerkbar. Das sumpfige, von Birken gesäumte Grasland lässt sich wunderschön in Szene setzen und ich geniesse den Moment, den schweren, mit zwei Kameras und diversen Objektiven bepackten Rucksack abstellen zu können. Einen Ausflug ins Ried empfielt sich und läd ein, ohne grossen Menschenauflauf doch die Natur bewundern zu können…

sonntagsausflug ins moor

eine insel aus lava und sand

herbstferien – und nach einem überwiegend kühlen und nassen sommer zog es uns nochmal in die wärme. wir entschieden uns – unserer vorliebe für karkheit folgend – für lanzarote.

endlos scheinende braun-schwarze erde unterbrochen von schwarzen schroffen steinen. trocken, staubig wirkt diese insel. meterhohe wellen brechen an einer urbanen, von gezeiten gezeichnete steilküste. tosend und seine macht demonstrierend formt das meer die küste. gebrochen kriechen die wellen über schwarzen sand und lassen bei ihrer rückkehr kiesel rollen. kaum vegetation, die unter der gnadenlosen sonne zum leben erweckt wird – so scheint es zumindest. sieht man genauer hin findet man immer wieder kleine triebspitzen an den dürren ästen, die aus dem morgendlichen nebel den letzten tropfen wasser für sich nutzen. immer wieder erstaunlich und bewundernswert wie die natur mit ihren bedingugen umgeht. die menschen scheinen zufrieden – ausgelassen und lachend erzählen sie durch ihre gestik geschichten die so stereotyp wirken und doch jedes mal etwas neues hinterlassen. zigarrerauchende, bierbäuchige – oder doch eher weinbäuchige – männer, in der mittagssonne auf einer rostigen bank, im schatten weiss getünchter architektur sitzend, trifft man überall auf der insel an. und am abend, wenn die gleisende sonne sich hinter den einst speienden vulkanbergen verliert, trifft man jene die am tag touristen die zeit versüssen, im abendrot am schwarzen strand ausgelassen tobend und handstand-laufend wieder.

eine insel aus lava und sand

begegnungen…

… hinterlassen spuren

es gibt zufälle im leben – oder vielleicht muss alles so sein wenn ich auf meinen flüsternden aberglauben höre…

alles begann mit einem kleinen inserat in dem ein objektiv für meine analoge nikon angeboten wurde. zu einem anständigen preis in sehr gutem zustand… was will man mehr und so vereinbarte ich telefonisch einen abholtermin… ein freundlicher, der stimme nach zu urteilen mehr als 50jährigen mann.

so machte ich mich mit einem etwas seltsamen gefühl ein paar tage später auf nach zürich… die gegend war mir bislang unbekannt – na lieber unbekannt als unheimlich…

etwas früher als vereinbart wurde ich von herr und frau r.* freundlich empfangen. beide definitiv weit über 50jährig, aber rüstig und wie man hier so schön sagt: guet zwäg…

das objektiv war schnell bezahlt nachdem sich die beschreibung des objekts der begierde mehr als bestätigt erwiesen hatte. wir gerieten ins plaudern und ich durfte erfahren, dass herr und frau r.* beide als fotografen berufstätig waren. und das zu einer zeit in der ich noch lange nicht auf dem plan stand…

sie erzählten mir ihre erlebnisse als gebuchte mode-, reportage und kunstfotografen – weltweit. für grosse marken wie schiesser und co. reisten sie gemeinsam um die welt – von miami über paris… herr r. machte mit grössen wie andy warhol bekanntschaft, fotografierte grosse und kleine kunstgegenstände für kunstbildbände die ich auch in seinem bücherregal entdecken konnte.

und überall dabei: die rolleiflex mx-evs typ 1, gebaut anfang der 50iger jahre… von der erzählte mir herr r. und zeigte sie mir mit einem verschmitzen lächeln… ich nahm sie behutsam in die hand und fragte schüchten nach einem verkaufsinteresse… und tatsächlich – sie waren bereit mir diese schöne alte dame zu verkaufen… zu meiner grossen überraschung durfte ich sie für 4 tage mit nach hause nehmen und bekam sogar noch eine 120iger filmrolle dazu – um sie auch wirklich testen zu können… so viel vertrauen hatte ich nicht erwartet – und so marschierte ich überglücklich zurück zur tram die mich nach hause brachte.

heute war ich noch einmal bei den mir beinahe schon vertrauten menschen – nicht um sie zurück zu bringen – die wunderschöne rolleiflex – nein um ihnen den vereinbarten kaufbetrag zu überbringen… und bei einer tasse schwarztee mit selbstgebackenen weihnachtsplätzchen plauderten wir noch eine ganze weile über diese zeit in der herr und frau r.* die welt durch den lichtschachtsucher erleben durften.

ich für meinen teil habe nicht nur eine kamera gekauft – ich habe zeitgeschichte erleben dürfen und zwei menschen kennengelernt, die sich durch ihre art und ihre geschichten einen platz in meinem herzen gesichert haben. DANKE herr und frau r.*

*name wird auf wunsch nicht bekannt gegeben.

begegnungen…

zurück zu den wurzeln – teil 3

… etwas schweigsam war ich die letzten wochen und monate … das hatte seinen grund … wer ab und zu hier vorbei schaut, wird wissen, dass ich mit der filmentwicklung begonnen habe … das anschliessende einscannen der entwickelten negative bringt schon recht anschauliches material – aber das gefühl fehlt … ein analoges foto sollte sprechen dürfen – und das kann es meiner meinung nach am besten auf papier …

ein fotolabor selbst zu besitzen kam aus kosten- und investitionsgründen nicht in frage… aber wie auch schon bei der kamera, spielte mir auch diesmal der zufall – oder darf man es schicksal nennen – den ball zu… ein vergrösserer älterer bauart der marke durst verstaubte bei einem sehr netten herrn anscheinend und er wollte das noch funktionsfähige gerät jemandem verschenken… und dieser jemand durfte ich sein. somit sind meine ersten gehversuche im bereich positiv – entwicklung bereits absolviert und nach startschwierigkeiten aufgrund falsch eingestellter vergrösserungslampe, hat es heute recht ordentlich geklappt …

ein wenig sentimental war das erste mal in meiner dunkelkammer schon wenn ich ehrlich bin – nur dass ich mich diesmal bewegen durfte und auch alles anfassen. 😉

die aufregung wie das foto langsam in der entwicklerlösung zum vorschein kommt – wie aus dem nichts wird aus einem weissen blatt papier ein foto… die beinahe ungeduld nach der schlusswässerung das foto in die hand nehmen zu dürfen um es zum trocknen aufzuhängen… und die freude über ein gelungenes foto…

eingerahmt

zurück zu den wurzeln – teil 3

foto zumstein fotokurs

Fotografie begleitet mich seit frühester Kindheit. Mit mehr oder weniger langen Unterbrüchen faszinierte mich die Welt der Lichtmalerei. Wie Fotografie funktioniert (für mich eines der wichtigsten Grundlagen um Fotografie umsetzen zu können) lernte ich von meinem Vater. Meine Bilder haben heute eine deutlich andere Qualität als noch vor mehr als 20 Jahren. Sie sind räumlicher und bewusster gewählt. Doch immer wieder betrachte ich ein Bild und es fehlt dieses „wow“. Um dieses „wow“ erreichen zu können, entschied ich mich, einen Fotokurs  zu besuchen.

Foto Zumstein bietet u.a. Fotokurse auf ihrer Webseite an. Und dort stand für Anfang Oktober ein Kurs zum Thema Landschaft ausgeschrieben. Die Anreise ist für mich nicht eben mal ein Katzensprung, denn der Kurs fand im Naturpark Gantrisch südlich von Bern statt.

Pünktlich gegen 9.ooh am Morgen, knapp über der Nebelgrenze trafen wir uns. Ein kleines Grüppchen von gerade mal 3 Kursteilnehmern und dem Kursleiter Christoph Bürki. Wir hofften auf stabiles Wetter und die wenigen blauen Himmelslücken die sich den Platz mit Nebel und Wolken steitig machten liessen uns hoffen. Nach einer kurzen und sehr symphatischen Begrüssung, machten wir uns mit gepacktem Rucksack und Stativ auf den Weg.

Bereits nach wenigen Schritten fing der „Unterricht“ auch schon an. Ich muss gestehen, ich hätte an dieser Stelle kein Foto geschossen. Mir schien der Vordergrund zu unruhig und ich hätte das Potential in dem Foto nicht erkannt. Es gestaltete sich schwierig, denn der hohe Kontrast durch den grauen Himmel der von diffusen Sonnenstrahlen unterbrochen wurde und der im Schatten liegende Vordergrund machten die Wahl der richtigen Belichtung zur Herausforderung. Doch Christoph zeigte sich als sehr kompetenter und vor allem geduldiger Kursleiter, der sein Handwerk versteht.

Ich durfte durch den Kurs nicht nur erfahren, was Landschaftsfotografie bedeutet – denn Landschaft ist durchaus nicht „nur“ Weite, sondern sie zeigt sich auch im Kleinen oder in Ausschnitten. Somit wäre das zu Hause gebliebene Makroobjektiv alle Mal von Nutzen gewesen. Christoph zeigte uns, dass Landschaft auch im Versteckten zu Hause ist. Plätze, die auf dem ersten Blick uninteressant wirkten, zeigten durch das „Hineinblicken“ plötzlich verzauberte Orte. Diese Wirkung wurde durch den mittlerweile ausbreitenden Nebel unterstrichen. Ich muss zugeben, bei dem Wetter wär ich sonst zu Hause geblieben und hätte meine Kamera trocken und sicher im Regal bestaunt, anstatt zwischen Heidelbeerbüschen und Hochmoor kriechend nach passenden Motiven zu suchen. Aber der Einsatz und die violetten Flecken auf meinen Hosen haben sich durchaus gelohnt.

Christoph lernte ich als sehr sozialkompetenten Fotografen kennen. Er nahm sich für jeden einzelnen genügend Zeit, stellte kritisch Fragen zum ausgewählten Motivausschnitt ohne die Arbeit als „schlecht“ zu bewerten. Er lässt Raum für die eigene Kreativität zu und bringt Anstoss zum Weiterdenken. Der Tag mit Christoph und den Teilnehmern hinterlässt einen spürbar kritischeren Blick auf meine Bilder. Christoph’s immer wieder gestellte Frage: „…brauchst du so viel Himmel?“ stelle ich mir mittlerweile auf vielen meiner Fotos. Es hinterlässt auf keinen Fall den Eindruck, meine Bilder seien schlecht, aber in einigen Situationen würde ich nach dem Kurs anders ablichten. Die von Christoph immer wieder betonte Weite versuchen anders darzustellen. Dynamik in das Bild einzubauen, so dass der Betrachter sich nicht nur als Betrachter fühlt. Es ist auf jeden Fall keine leichte Aufgabe, aber mit dem Wissen ein sicherlich lohnenswerter Versuch für die Zukunft.

Fazit: Ein Kurs bei Foto Zumstein mit Christoph Bürki kann ich nur wärmstens empfehlen! Der Kurs rief bei mir immer wieder diesen „aha“ Effekt aus und ich konnte noch viel dazulernen. Es wird sicher nicht der letzte Kurs gewesen sein, den ich bei Christoph besuchen werde. Unter foto-zumstein sind die einzelnen Kurse buchbar.

foto zumstein fotokurs

zurück zu den wurzeln – teil 2

der erste film ist voll – endlich – zeit- und zugegeben musemangel liessen den film nur langsam transportieren. in dieser zeit fotografierte ich kleine momente – um einfach ein gefühl für die nikon – dame zu bekommen – ohne zu wissen ob das alles so gut kommt… der mittlerweile so vertraute blick auf die kamerarückseite nach dem leisen *klick* passiert mir nach wie vor…. und immer wieder dieser kurze überraschungsmoment dass da ja nur schwarzer kunststoff glänzt statt dem vorschaubild…

jedes motiv wird genau überlegt – denn korrektur kann ja nicht bewusst eingesetzt werden…. umso gespannter machte ich mich heute an meine erste negativentwicklung!

mit herzklopfen und teils etwas zittrigen fingern wurde der film im wechselsack eingespult – und ohne zu wissen ob die spule sauber sitzt machte ich mich mit mulmigem gefühl an die einzelnen chemischen lösungen. im internet findet man gott sei dank gut dokumentierte anleitungen… nach gut einer stunde öffnete ich die entwicklerdose und hielt kurz den atem an als mir weisse filmstreifen entgegenlugten…. aber es war dann doch nur das filmende und dann sah ich sie – die kleinen noch invertierten schwarzweiss fotos…. mir ist gar nicht wichtig ob das motiv fotowert hat – einfach freude an dem erfolg der entwicklung und nun dem definitivem wissen – die kamera funktioniert! 🙂 sollte sich ein internetwürdiges foto auf dem Streifen versteckt haben – so wird das nachgereicht – jetzt braucht der streifen erstmal nachtruhe – gut ding will ja bekanntlich weile haben.

du hast interesse daran, (wieder) in alten zeiten zu schwelgen und das leichte hochgefühl erleben wenn deine negative noch nass aber entwickelt aus der dose rollen?

Joweid_Rüti_3

ein tutorial über die einzelnen schritte sowie notwendiges material findest du hier: pdf tutorial negativentwicklung

zurück zu den wurzeln – teil 2